Rosskastanien Heilsalbe

Rosskastaniensalbe – Venensalbe selber machen

Vor allem bei Venenproblemen ist Rosskastaniensalbe ein wirkungsvolles Naturheilmittel. Selbst gemachte Heilsalbe aus Rosskastanien hilft aber auch gegen viele andere Beschwerden. Im Oktober können die Kastanien gesammelt und zu einer venenstärkenden, entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Salbe verarbeitet werden.

Krampfadern und Venenprobleme – vorbeugen mit selbst gemachter Rosskastaniensalbe

Venensalbe aus Rosskastanien selber machen ist einfach und lohnt sich
Venensalbe aus Rosskastanien selber machen ist einfach und lohnt sich

Sie benötigen:

  • 10 frische, einwandfreie Rosskastanien
  • 100 ml Öl (z.B. Kokosöl)
  • 100 g Kakaobutter
  • 25 g Bienenwachs
  • 200 ml Wasser

Und so stellen sie Venensalbe aus Rosskastanien her:

  • Die Rosskastanien entweder mit einem scharfen Messer klein hacken, oder im Mixer unter Beigabe des Wassers zerkleinern.
  • Die zerkleinerten Kastanien mit dem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und zugedeckt rund 10 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Öl und Kakaobutter darunter rühren, erhitzen aber nicht mehr aufkochen!
  • Etwa eine Stunde ziehen lassen, zwischendurch mehrmals rühren
  • Nun die Venensalbe nochmals kurz erwärmen und durch ein feines Teesieb in einen weiteren Topf giessen.
  • Wachs dazugeben und alles nochmals erwärmen, bis das Wachs schmilzt.
  • Erkalten lassen.
  • Wenn die Rosskastaniensalbe fest wird, mit dem Schneebesen oder Handmixer (Pürierstab) zu einer gleichmässigen Salbe verrühren
  • In Gläser füllen, fest verschliessen, dunkel lagern.

Ganz viele Rezepte und Tipps zum Thema Salben selber machen, finden Sie in diesem Buch:

Warum selbst gemachte Venensalbe aus Rosskastanien wirkt

Es ist erwiesen, dass vor allem das in den Rosskastanien enthaltene Aescin die Venen stärkt und elastisch hält. Es verdichtet die Gefässwände und soll verhindern, dass Flüssigkeit eingelagert wird. Die selbst gemachte Rosskastaniensalbe ist nicht nur wirksam bei der Behandlung von Venenbeschwerden, sondern hat auch eine abschwellende Wirkung zum Beispiel nach Sportverletzungen sowie bei Hämorrhoiden, Ödemen und Prellungen. Weitere wertvolle Inhaltsstoffe der Rosskastanie sind Bitter- und Gerbstoffe, ätherisches Öl sowie Allantoin. Dadurch wirkt sie auch desinfizierend und zusammenziehend, was sie für die Naturapotheke ebenfalls wertvoll macht.




Rosskastaniensalbe für die Vorratshaltung?

Wenn Sie die Salbe herstellen, um Venenprobleme damit zu behandeln, sollten Sie diese täglich auftragen. Möchten Sie ein Gläschen für die Hausapotheke aufheben, so können Sie das bis zu 8 Wochen tun. Länger ist die Venensalbe aus Rosskastanien leider nicht haltbar.

Die verschiedenen Kastanien unterscheiden

Hier habe ich ein schönes Video entdeckt, in welchem Sie sehr schön die Unterschiede von Rosskastanien und Maroni sehen können.

Kastanien spielen in der Selbstversorgung eine grosse Rolle. Hier finden Sie viel Wissenswertes über die Maroni.

 



Text: Redaktion

Maroni – Esskastanien

Maroni – geschätzt seit Tausenden von Jahren

Im Herbst können Sie Maroni kaufen, es gibt sie aber auch gratis: In verschiedenen Regionen der Schweiz, in Österreich oder Deutschland können die von einer stacheligen Schale umgebenen Esskastanien etwa ab Ende September / Anfang Oktober gesammelt werden.

Maroni wachsen bevorzugt in Regionen, in denen auch Wein gedeiht.
Maroni wachsen bevorzugt in Regionen, in denen auch Wein gedeiht.

Mit den Rosskastanien haben Maroni allerdings kaum mehr als ihr Aussehen gemeinsam: Maroni sind essbar, Rosskastanien nicht. Das bedeutet übrigens nicht, dass Letztere wertlos wären! Rosskastanien eignen sich nicht nur zum Spielen und Basteln, sondern können auch Waschmittel ersetzen oder zu einer Heilsalbe verarbeitet werden. Dazu aber mehr in einem späteren Beitrag.

Die Geschichte der Esskastanien

Esskastanien wurden bereits in der Antike als Delikatesse gehandelt, die alten Römer und Griechen verehrten sie und Homer sowie Hippokrates erwähnten die Maroni sogar in ihren Schriften. In der Zeit des Mittelalters hatten sie den Ruf, ein Essen für Arme zu sein. In den Mittelmeerregionen wurde der Kastanienbaum Jahrtausende als Lieferant energiereicher Früchte geschätzt, was ihm die Bezeichnung «Brotbaum» einbrachte. Tatsächlich sammelte die arme Bevölkerung essbare Kastanien, um ihren kargen Speiseplan aufzuwerten. Ihnen verdanken wir bis heute Rezepte mit Esskastanien, die zwar weitestgehend in Vergessenheit gerieten, aber nun endlich wiederentdeckt werden.

Maroni oder Maronen – Esskastanie ist nicht gleich Esskastanie

Maroniwälder finden Sie in vielen Regionen der Schweiz.
Maroniwälder finden Sie in vielen Regionen der Schweiz.

Essbare Kastanien können Sie von den Rosskastanien ganz leicht unterschieden: Ihre Schalen haben längere Stacheln, die man besser nicht mit blossen Händen anfasst! Worin aber unterscheiden sich die essbaren Sorten der Edelkastanien?

Maronen sind die gezüchtete, bzw. angebaute, Variante und schmecken etwas aromatischer. Ihre Nuss lässt sich leichter herausschälen, ausserdem ist sie grösser als die der wild wachsenden Maroni.

Maroni sind die „wilden“, stacheligen Kastanien, die im Herbst entlang vieler Wanderwege aufgesammelt werden können.

Wo Sie wildwachsende Esskastanien finden können

Die Kastanienbäume fühlen sich überall dort besonders wohl, wo auch Wein angebaut wird. In der Schweiz sind sie beispielsweise im Tessin häufig zu finden, in einigen Regionen am Vierwaldstättersee oder am Walensee.

Maroni sammeln – eine stachelige Angelegenheit

Esskastanien sehen aus, wie kleine Igel: und so fühlt es sich auch an, wenn man zugreift! Nehmen Sie also besser Gartenhandschuhe mit, wenn Sie Maroni sammeln möchten. Eine Möglichkeit, an die Nüsse zu kommen, ohne sich in die Finger zu stechen ist es, die Füsse zu nutzen: Stellen Sie sich auf beide Seiten der Schale, die sich dann so weit öffnet, dass Sie die Frucht mit den Fingern herausnehmen können. Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie nur die Maroni aufsammeln, die schon von alleine aus der stacheligen Umhüllung gefallen sind. Viele Schalen enthalten mehr als eine Nuss, dann nehmen Sie nur die grossen, runden mit. Die kleinen sind nicht essbar.

Die beste Zeit, um Maroni zu sammeln, ist der Altweibersommer
Die beste Zeit, um Maroni zu sammeln, ist der Altweibersommer

Sammeln Sie ausschliesslich reife Maroni, also jene die schön braun sind und keine helleren Stellen mehr haben. Achten Sie auch darauf, dass die Schalen ledrig und unversehrt sind. Kleine Löcher weisen auf den Befall mit Würmern hin und machen die Kastanie ungeniessbar.

Maronen: Gesunde Nüsse, die nicht dick machen

Maroni haben einen deutlich geringeren Fettgehalt als beispielsweise Mandeln, Wal- oder Haselnüsse. Ihr hoher Stärkenteil macht sie sehr nahrhaft und die vielen wertvollen Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass die Esskastanien eine richtig gesunde Bereicherung auf unserem Speiseplan sind. Sie enthalten viel Kalium, sind reich an Eiweiss und liefern ausserdem einige B-Vitamine (1, 2, 6), ausserdem Vitamin C und E sowie Beta-Carotin. Gut zu wissen: Maroni sind Gluten frei und somit besonders wertvoll für Menschen, die an Zöliakie leiden.




 

Die Verarbeitung von Esskastanien

Wenn der Duft von einem Maroni-Stand die Nase verwöhnt, ist der Herbst definitiv da. Maroni brauchen gar nicht unbedingt eine Beilage oder raffinierte Verarbeitung. Sie schmecken pur und frisch geröstet einfach lecker. Sie können Maroni über dem Feuer, in einer Pfanne aber auch im Backofen selber rösten. Das geht schneller, wenn die Kastanien vorher ein paar Minuten in Salzwasser gekocht werden. Die Schale wird vor dem Rösten mit einem Messer kreuzförmig eingeritzt, ansonsten kann diese platzen und die Maronen springen auf dem Blech umher. Das Schälen geht heiss am besten, weil sich die pelzige Innenhaut dann leichter löst. Dieses Video erklärt das alles sehr schön in Wort und Bild:

Maroni für die Vorratshaltung

Maroni schmecken frisch am besten. Da es auf dieser Seite aber nicht nur um Selbstversorgung, sondern auch um Vorratshaltung und Notvorrat geht, möchte ich natürlich diesen Punkt nicht ausser Acht lassen. Eignen sich Esskastanien für Vorratshaltung überhaupt? Da ich Maroni eigentlich nur in Herbst und Winter mag, war das bisher nicht wirklich ein Thema für mich. Also habe ich mal wieder in Uromas Aufzeichnungen gestöbert und wurde fündig:

Maroni in Sand einlegen

• Oma hat die Kastanien in einer Wanne gründlich gewaschen und die wurmstichigen ausgelesen. Diese scheinen im Wasser nicht zu sinken und können von der Oberfläche einfach entfernt werden. Nach ein bis zwei Tagen wurden die Maronen auf einem Leintuch an der Sonne ausgebreitet, bis sie schön trocken sind.

• Danach kamen sie in ein grosses Tongefäss mit Sand und wurde auch mit Sand bedeckt. Sie schreibt von Schichten, deshalb denke ich, dass sie im Wechsel Sand und Maroni eingefüllt hat. Die letzte Schicht muss natürlich Sand sein.

• Zuletzt steht der Hinweis, das Gefäss durch luftiges Abdecken vor Ungeziefer und Mäusen zu schützen.


Ich habe das selber nie ausprobiert, gehe aber davon aus, dass sie es nicht aufgeschrieben hätte, würde es nicht funktionieren.

Maroni sind nicht nur lecker, sondern auch sehr dekorativ
Maroni sind nicht nur lecker, sondern auch sehr dekorativ

Kastanienmehl

In einigen Regionen, zum Beispiel in Murg am Walensee, kann man die verschiedensten Produkte, hergestellt aus Kastanien, vor Ort geniessen oder auch kaufen. Maroni kann man einlegen, zu Marmelade verarbeiten oder Mehl daraus machen. Dieses wiederum ist sehr vielseitig und eignet sich zum Backen und Herstellen von Teigwaren. Auch ohne dass es eine Notlage oder einen Versorgungsengpass gibt, macht es Spass, sich mit den Schätzen der Natur selbst zu versorgen. Obwohl wenn es mitunter viel aufwendiger ist, seine Lebensmittel selbst herzustellen, als diese zu kaufen, lohnt sich der Aufwand definitiv. Es macht Spass, die Früchte der Natur zu sammeln und zu verarbeiten und sich damit erst noch gesünder zu ernähren.

Kastanienmehl können Sie ganz einfach selber machen:

• Die Maroni rösten
• schälen
• mahlen – fertig!

Sie suchen Rezepte mit Esskastanien? Dann kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen:


 

Ich werde meine Webseite in Kürze um die Kategorie «Rezepte» erweiterten. Diese würden den Rahmen einzelner Blogbeiträge sprengen, deshalb bekommen sie eine extra Rubrik.

Es lohnt sich also, mich bald wieder besuchen!