Steckrüben – Grossmutters Winteressen

Steckrübe – diese Knolle verdient mehr Aufmerksamkeit!

Während des Krieges kamen Steckrüben häufig auf den Tisch. Da sie sehr viele Kohlenhydrate enthalten, galten sie damals als eines der wichtigsten Lebensmittel. Gross war die Auswahl an Essbarem in Kriegszeiten sowieso nicht. Geschickte Hausfrauen wussten die Knolle aber vielseitig zu verwenden. Auch für die Vorratshaltung wurde sie natürlich genutzt.

In der Nachkriegszeit verschwand die Steckrübe beinahe komplett von den Speisezetteln. Es stand wieder ein grösseres Angebot zur Verfügung und alles, was an die Hungerjahre und den Krieg erinnerte, wurde erstmal verbannt.

Erst als der Wunsch nach regionalen Produkten und das Interesse an bewusster Ernährung wuchsen, gewann sie wieder an Bedeutung. Gemeinsam mit alten Getreide-, Obst- und Gemüsesorten feiern auch die Steckrüben seit einigen Jahren ein Comeback.




Die Steckrübe gehört zur Familie der Wurzelgemüse
Die Steckrübe gehört zur Familie der Wurzelgemüse

Wissenswertes rund um die Steckrübe

Steckrüben sind ein typisches Wintergemüse. Die Wurzeln können bis zu zwei Kilogramm schwer werden. Grosse Knollen sind oft holzig, weshalb die kleineren zu bevorzugen sind. Sie werden ab September bis in den April hinein geerntet. Ihr gelb glänzendes, festes Fruchtfleisch liefert viel Vitamin C, ausserdem wichtige Mineralstoffe, Senföle, Frucht- und Traubenzucker. Dabei haben 100 Gramm gerade mal 35 Kalorien. Gute Gründe also, das Knollengemüse öfter zu geniessen!

Die Steckrübe in der Küche

Es gibt viele Varianten, die Steckrüben zuzubereiten, sie

  • schmecken gewürfelt, gestiftelt oder in Scheiben geschnitten,
  • können zu Püree verarbeitet werden,
  • bringen Abwechslung in Suppen, Eintöpfe, Aufläufe und andere Gemüsegerichte,
  • und passen blanchiert zu vielen Salaten.

Natürlich können Steckrüben auch als Beilage zu Fleischgerichten serviert werden. Besonders gut vertragen sie sich mit Schweinefleisch, Gans und Ente. Passende Gewürze sind Pfeffer, Kümmel, Lorbeer, Ingwer und Koriander.

Wem der kräftige, erdige Geschmack nicht so zusagt, der schmort einen klein geschnittenen Apfel mit oder würfelt die Steckrübe und karamellisiert sie vor dem Kochen. Eine ähnliche Wirkung erzielen ein Teelöffel Zucker sowie etwas Zitronensaft im Kochwasser.

Buchtipp – alte Gemüsesorten
neu gekocht

Steckrüben süss-sauer einmachen – Grossmutters Rezept

Früher wurde viel mehr Vorratshaltung betrieben, als das derzeit üblich ist. Vor allem wurde für grössere Familien gekocht, gebacken und natürlich auch eingemacht. Selbstverständlich können Sie die Zutaten halbieren, wenn Ihnen die Mengenangaben in diesem Rezept zu viel erscheinen.

Steckrüben eignen sich gut für die Vorratshaltung
Wurzelgemüse eignet sich gut für die Vorratshaltung

Die Zutaten für 10 Gläser (je ½ Liter)

    • 2.5 kg Steckrüben
    • ½ Liter Weisswein
    • 120 ml Essigessenz
    • 200 g Zucker
    • 400 g Hagebuttenmus
    • 3 Lorbeerblätter
    • Ein paar Zweige Thymian
    • 1 EL schwarzer Pfeffer




Die Zubereitung

  • Etwas Thymian zur Seite legen, die anderen Zutaten zusammen in 1 Liter Wasser und dem Weisswein aufkochen.
  • Im zugedeckten Topf abkühlen lassen, dabei hin und wieder umrühren.
  • Die Steckrüben schälen, in etwa 2 cm grosse Würfel schneiden und blanchieren.
  • Kalt abschrecken und zusammen mit den aufgehobenen Thymianzweigen in die Gläser verteilen.
  • Den Gewürzaufguss durch ein feines Sieb darüber giessen und die Gläser gut verschliessen.
  • In einem Einmachtopf 1 Stunde kochen.




Bewahren Sie die Gläser am besten in einem dunklen, kühlen Keller auf. Hier können Sie übrigens Steckrüben mehrere Monate lagern. Achten Sie aber darauf, dass die Knollen für die Vorratshaltung keine Wurmlöcher aufweisen. Nur unversehrte, pralle, glatte Steckrüben sind lange haltbar.

 

Maroni – Esskastanien

Maroni – geschätzt seit Tausenden von Jahren

Im Herbst können Sie Maroni kaufen, es gibt sie aber auch gratis: In verschiedenen Regionen der Schweiz, in Österreich oder Deutschland können die von einer stacheligen Schale umgebenen Esskastanien etwa ab Ende September / Anfang Oktober gesammelt werden.

Maroni wachsen bevorzugt in Regionen, in denen auch Wein gedeiht.
Maroni wachsen bevorzugt in Regionen, in denen auch Wein gedeiht.

Mit den Rosskastanien haben Maroni allerdings kaum mehr als ihr Aussehen gemeinsam: Maroni sind essbar, Rosskastanien nicht. Das bedeutet übrigens nicht, dass Letztere wertlos wären! Rosskastanien eignen sich nicht nur zum Spielen und Basteln, sondern können auch Waschmittel ersetzen oder zu einer Heilsalbe verarbeitet werden. Dazu aber mehr in einem späteren Beitrag.

Die Geschichte der Esskastanien

Esskastanien wurden bereits in der Antike als Delikatesse gehandelt, die alten Römer und Griechen verehrten sie und Homer sowie Hippokrates erwähnten die Maroni sogar in ihren Schriften. In der Zeit des Mittelalters hatten sie den Ruf, ein Essen für Arme zu sein. In den Mittelmeerregionen wurde der Kastanienbaum Jahrtausende als Lieferant energiereicher Früchte geschätzt, was ihm die Bezeichnung «Brotbaum» einbrachte. Tatsächlich sammelte die arme Bevölkerung essbare Kastanien, um ihren kargen Speiseplan aufzuwerten. Ihnen verdanken wir bis heute Rezepte mit Esskastanien, die zwar weitestgehend in Vergessenheit gerieten, aber nun endlich wiederentdeckt werden.

Maroni oder Maronen – Esskastanie ist nicht gleich Esskastanie

Maroniwälder finden Sie in vielen Regionen der Schweiz.
Maroniwälder finden Sie in vielen Regionen der Schweiz.

Essbare Kastanien können Sie von den Rosskastanien ganz leicht unterschieden: Ihre Schalen haben längere Stacheln, die man besser nicht mit blossen Händen anfasst! Worin aber unterscheiden sich die essbaren Sorten der Edelkastanien?

Maronen sind die gezüchtete, bzw. angebaute, Variante und schmecken etwas aromatischer. Ihre Nuss lässt sich leichter herausschälen, ausserdem ist sie grösser als die der wild wachsenden Maroni.

Maroni sind die „wilden“, stacheligen Kastanien, die im Herbst entlang vieler Wanderwege aufgesammelt werden können.

Wo Sie wildwachsende Esskastanien finden können

Die Kastanienbäume fühlen sich überall dort besonders wohl, wo auch Wein angebaut wird. In der Schweiz sind sie beispielsweise im Tessin häufig zu finden, in einigen Regionen am Vierwaldstättersee oder am Walensee.

Maroni sammeln – eine stachelige Angelegenheit

Esskastanien sehen aus, wie kleine Igel: und so fühlt es sich auch an, wenn man zugreift! Nehmen Sie also besser Gartenhandschuhe mit, wenn Sie Maroni sammeln möchten. Eine Möglichkeit, an die Nüsse zu kommen, ohne sich in die Finger zu stechen ist es, die Füsse zu nutzen: Stellen Sie sich auf beide Seiten der Schale, die sich dann so weit öffnet, dass Sie die Frucht mit den Fingern herausnehmen können. Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie nur die Maroni aufsammeln, die schon von alleine aus der stacheligen Umhüllung gefallen sind. Viele Schalen enthalten mehr als eine Nuss, dann nehmen Sie nur die grossen, runden mit. Die kleinen sind nicht essbar.

Die beste Zeit, um Maroni zu sammeln, ist der Altweibersommer
Die beste Zeit, um Maroni zu sammeln, ist der Altweibersommer

Sammeln Sie ausschliesslich reife Maroni, also jene die schön braun sind und keine helleren Stellen mehr haben. Achten Sie auch darauf, dass die Schalen ledrig und unversehrt sind. Kleine Löcher weisen auf den Befall mit Würmern hin und machen die Kastanie ungeniessbar.

Maronen: Gesunde Nüsse, die nicht dick machen

Maroni haben einen deutlich geringeren Fettgehalt als beispielsweise Mandeln, Wal- oder Haselnüsse. Ihr hoher Stärkenteil macht sie sehr nahrhaft und die vielen wertvollen Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass die Esskastanien eine richtig gesunde Bereicherung auf unserem Speiseplan sind. Sie enthalten viel Kalium, sind reich an Eiweiss und liefern ausserdem einige B-Vitamine (1, 2, 6), ausserdem Vitamin C und E sowie Beta-Carotin. Gut zu wissen: Maroni sind Gluten frei und somit besonders wertvoll für Menschen, die an Zöliakie leiden.




 

Die Verarbeitung von Esskastanien

Wenn der Duft von einem Maroni-Stand die Nase verwöhnt, ist der Herbst definitiv da. Maroni brauchen gar nicht unbedingt eine Beilage oder raffinierte Verarbeitung. Sie schmecken pur und frisch geröstet einfach lecker. Sie können Maroni über dem Feuer, in einer Pfanne aber auch im Backofen selber rösten. Das geht schneller, wenn die Kastanien vorher ein paar Minuten in Salzwasser gekocht werden. Die Schale wird vor dem Rösten mit einem Messer kreuzförmig eingeritzt, ansonsten kann diese platzen und die Maronen springen auf dem Blech umher. Das Schälen geht heiss am besten, weil sich die pelzige Innenhaut dann leichter löst. Dieses Video erklärt das alles sehr schön in Wort und Bild:

Maroni für die Vorratshaltung

Maroni schmecken frisch am besten. Da es auf dieser Seite aber nicht nur um Selbstversorgung, sondern auch um Vorratshaltung und Notvorrat geht, möchte ich natürlich diesen Punkt nicht ausser Acht lassen. Eignen sich Esskastanien für Vorratshaltung überhaupt? Da ich Maroni eigentlich nur in Herbst und Winter mag, war das bisher nicht wirklich ein Thema für mich. Also habe ich mal wieder in Uromas Aufzeichnungen gestöbert und wurde fündig:

Maroni in Sand einlegen

• Oma hat die Kastanien in einer Wanne gründlich gewaschen und die wurmstichigen ausgelesen. Diese scheinen im Wasser nicht zu sinken und können von der Oberfläche einfach entfernt werden. Nach ein bis zwei Tagen wurden die Maronen auf einem Leintuch an der Sonne ausgebreitet, bis sie schön trocken sind.

• Danach kamen sie in ein grosses Tongefäss mit Sand und wurde auch mit Sand bedeckt. Sie schreibt von Schichten, deshalb denke ich, dass sie im Wechsel Sand und Maroni eingefüllt hat. Die letzte Schicht muss natürlich Sand sein.

• Zuletzt steht der Hinweis, das Gefäss durch luftiges Abdecken vor Ungeziefer und Mäusen zu schützen.


Ich habe das selber nie ausprobiert, gehe aber davon aus, dass sie es nicht aufgeschrieben hätte, würde es nicht funktionieren.

Maroni sind nicht nur lecker, sondern auch sehr dekorativ
Maroni sind nicht nur lecker, sondern auch sehr dekorativ

Kastanienmehl

In einigen Regionen, zum Beispiel in Murg am Walensee, kann man die verschiedensten Produkte, hergestellt aus Kastanien, vor Ort geniessen oder auch kaufen. Maroni kann man einlegen, zu Marmelade verarbeiten oder Mehl daraus machen. Dieses wiederum ist sehr vielseitig und eignet sich zum Backen und Herstellen von Teigwaren. Auch ohne dass es eine Notlage oder einen Versorgungsengpass gibt, macht es Spass, sich mit den Schätzen der Natur selbst zu versorgen. Obwohl wenn es mitunter viel aufwendiger ist, seine Lebensmittel selbst herzustellen, als diese zu kaufen, lohnt sich der Aufwand definitiv. Es macht Spass, die Früchte der Natur zu sammeln und zu verarbeiten und sich damit erst noch gesünder zu ernähren.

Kastanienmehl können Sie ganz einfach selber machen:

• Die Maroni rösten
• schälen
• mahlen – fertig!

Sie suchen Rezepte mit Esskastanien? Dann kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen:


 

Ich werde meine Webseite in Kürze um die Kategorie «Rezepte» erweiterten. Diese würden den Rahmen einzelner Blogbeiträge sprengen, deshalb bekommen sie eine extra Rubrik.

Es lohnt sich also, mich bald wieder besuchen!

Obstsaft selber machen

Obstsäfte ohne Entsafter selber machen

Im Spätsommer und im September gibt es viele einheimische Obstsorten. Meist werden sie frisch verzehrt, zum Backen genutzt, oder zu Marmelade verarbeitet. Aber es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten, die leckeren Früchte haltbar zu machen: als Obstsaft zum Beispiel. Für die Selbstversorgung spielt das Entsaften eine grosse Rolle.

Fruchtsäfte gehören in jede Vorratshaltung und werten den Notvorrat mit wertvollen Vitalstoffen auf. Obstsaft lässt sich auf verschiedene Art und Weise gewinnen. In vielen Haushalten findet sich ein Entsafter, der die Arbeit übernimmt. Wie aber funktioniert das Entsaften ohne ein entsprechendes Gerät, oder wenn kein Strom vorhanden ist? Werfen wir dafür wieder einen Blick in Omas Aufzeichnungen:

3 Methoden wie Sie Fruchtsaft ohne Saftpresse herstellen können

  • Am einfachsten lässt sich Saft gewinnen, wenn die einwandfreien, gut gereinigten und reifen Früchte knapp mit Wasser bedeckt einmal aufgekocht werden. Dann werden Sie durch ein Sieb, das mit einem Küchentuch oder mit einer Mullwindel ausgelegt ist, abgegossen. Der so gewonnene Saft ist klar, aber natürlich mit Wasser vermischt.

    Selbst gemachte Fruchtsäfte eignen sich sehr gut für die gesunde Vorratshaltung.
    Selbst gemachte Fruchtsäfte eignen sich sehr gut für die gesunde Vorratshaltung.
  • Für die Dampfentsaftung gibt es verschiedene Geräte. Es geht aber auch ohne. Sie können sich selbst mit einfachen Mitteln einen behelfsmässigen Dampfentsafter herstellen. Die Saftgewinnung auf diese Weise ist natürlich nur für kleine Mengen geeignet.

Sie benötigen einen grossen Top, in welchen ein kleineres Gefäss gestellt wird. Nun füllen Sie so viel Wasser in den Topf, dass es dem kleineren Behältnis etwa ein bis zwei Zentimeter unter den Rand reicht. Anstelle eines Deckels kommt ein Sieb, welches wiederum mit einem sauberen Tuch ausgelegt wird, auf den Topf.
Verwenden Sie ein Sieb, dass nach unten leicht spitz zuläuft. Eines aus Drahtgewebe können Sie selbst zurechtbiegen. Das verhindert, dass ein Teil des Obstsaftes in das Wasser tropft. Aus dem gleichen Grund sollten auch nicht zu viele Früchte auf einmal entsaftet werden.
Das zerkleinerte Obst wird in das Sieb gelegt und das Wasser zum Kochen gebracht. Durch die Erhitzung und den aufsteigenden Dampf werden die Früchte entsaftet, der Fruchtsaft tropft in das Gefäss. Er kommt bei dieser Methode nicht mit dem Wasser in Berührung und bleibt deshalb völlig rein.

Zum Entsaften darf nur einwandfreies Obst verwendet werden.
Zum Entsaften darf nur einwandfreies Obst verwendet werden.
  • Auch die folgende Methode eignet sich für die Saftgewinnung von kleinen Obstmengen: Die Früchte werden zerstampft und leicht gezuckert. Dann kommen sie über Nacht in ein Glas- oder Steingutgefäss. (Plastik kannte Urgrossmutter natürlich noch nicht. Das würde sicher auch gehen, die alten Varianten gefallen mir jedoch besser.) Am folgenden Tag wird das Obst durch ein Tuch gepresst, um den Fruchtsaft zu gewinnen. Dieses Verfahren ist besonders für weiches Obst, wie z.B. Beeren, geeignet. Es ist weniger ergiebig als die beiden erstgenannten Methoden.

Wenn für die Selbstversorgung regelmässig grössere Mengen Obst entsaftet werden, lohnt sich natürlich die Anschaffung eines Entsafters. Ein gutes Gerät ist nicht günstig. Hier gibt es alle Haushaltsgeräte, so auch verschiedene Saftpressen, zu Fabrikpreisen: einfach «Entsafter» in die Suchfunktion eingeben.

Branding_Alles728x90px.png

Fruchtsäfte für Vorratshaltung

Der Obstsaft wird noch heiss mit Zucker vermischt, in Flaschen gefüllt und ca. eine halbe Stunde bei 75 Grad eingekocht. Die Flaschen sollten kühl und dunkel gelagert werden.

Noch ein paar Tipps:

Selbst gemachter Obstsaft steckt voller gesunder Vitalstoffe
Selbst gemachter Obstsaft steckt voller gesunder Vitalstoffe

  • Ich verwende seit einiger Zeit vorwiegend Birkenzucker. Er eignet sich sehr gut zum Einmachen und soll Marmelade und Obstsäfte sogar besonders gut haltbar machen, da sich schädliche Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien nicht von echtem Birkenzucker ernähren. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Fruchtzucker und Wasser trotzdem vorhanden sind und das Eingekochte mit der Zeit leider doch verderben wird.
  • Es sollte auch zum Entsaften nur einwandfreie Ware verwendet werden. Das Obst muss vorher gut gereinigt und verlesen werden, damit keine fauligen oder schimmeligen Stellen übersehen werden.
  • Die oft gestellte Frage, wie lange selbst gemachter Obstsaft haltbar ist, ist nicht pauschal zu beantworten. Früher wurde ein viel grösserer Notvorrat angelegt, als heute üblich. Fast jede Familie hatte einen Vorratskeller und dort wurde Eingemachtes oft jahrelang gelagert, ohne dass es Schaden nahm.
  • Schreiben Sie jede Flasche mit Inhalt und Datum an und schauen Sie regelmässig, ob alle Ware noch in einwandfreiem Zustand ist. Selbst gemachter Fruchtsaft ist bestens für langfristige Vorratshaltung geeignet.
  • Wenn Sie sich ausführlich in das Thema vertiefen möchten, gibt es einige gute Bücher:

    ——————————————————

    Auf meiner Webseite finden Sie regelmässig Tipps, News und Informationen zu den Themen Selbstversorgung, Vorratshaltung und Notvorrat.

    Hagebutten – ideal für Selbstversorger

    Hagebutten – Wissenswertes und leckere Rezepte

    Hagebutten sind auch für Selbstversorger, die keinen eigenen Garten haben, ideal. Sie wachsen wild und oft sogar direkt neben dem Weg, an Hecken oder an Waldrändern, sodass sie bequem gesammelt werden können.

    Hagebutten reifen im Spätsommer und können etwa ab Ende September, sobald sie leuchtend rot sind, geerntet werden. Wer warten mag: Hagebutten werden nach dem ersten Frost süsser.

    Nach dem ersten Frost sind Hagebutten noch süsser.
    Nach dem ersten Frost sind Hagebutten noch süsser.

    Die kleinen supergesunden Kraftpakete eignen sich hervorragend für die Vorratshaltung. Sie schmecken angenehm süss und in ihnen steckt eine grosse Portion an Mineralstoffen und Vitaminen. Ausserdem enthalten sie Pektin und Betacarotin. Diese vielen Vorzüge sollten Sie nutzen und den kleinen «Dornapfel» oder «Rosenapfel», wie die Hagebutte im Volksmund heisst, von einem Herbstspaziergang mit nach Hause nehmen.

    Gesunde Vorratshaltung mit Hagebutten

    Nur eine Frucht enthält noch mehr Vitamin C als die Hagebutte: der Sanddorn. Hagebutten sind somit ein super Mittel um die Abwehrkräfte zu stärken und Erkältungen zu lindern. Besonders als Tee gehören sie in jede Hausapotheke. Hagebutten sind seit Hunderten von Jahren als wirksames Heilmittel gegen Darm-, Nieren- und Blasenbeschwerden bekannt. Dank seiner entzündungshemmenden Stoffe beugt Hagebuttentee Infektionen vor. Hagebuttenmarmelade ist zwar nicht so ganz so gesund, wie der Tee, aber im Vergleich zu vielen anderen Brotaufstrichen hat sie doch die Nase vorn.


    Hagebutten einmachen

    Hagebutten kann man nicht nur als Marmelade einmachen. Selbstversorger sollten auch ein paar Gläser mit den Früchten im Notvorrat haben. Schon Uroma kochte die Hagebutten für Vorratshaltung folgendermassen ein:

    • Stiel und Kelch entfernen.
    • Den Samen mit den juckenden Härchen entfernen.
    • Die Früchte in kaltem Wasser gründlich waschen, damit keine Härchen übrig bleiben.
    • Aus 500 g Zucker und 1 l Wasser eine Zuckerlösung bereiten.
    • Die Hagebutten in sterile Gläser füllen.
    • Mit der Zuckerlösung übergiessen und bei 80 Grad erhitzen: enge Gläser 20 Minuten, weite Gläser 25 Minuten.
    • Dann die Gläser sofort fest verschliessen und zum Abkühlen verkehrt herum auf ein Küchentuch stellen.

    Heute ist man ja allgemein mit Haltbarkeitsdaten oft übervorsichtig. Früher hielten eingemachte Früchte jahrelang. Warum sollte sich das heute, sofern ein kühler, dunkler Vorratskeller vorhanden ist, geändert haben?

    Wer selbst eingemachte Hagebutten im Notvorrat hat, kann jederzeit auf eine vorzügliche und gesunde Zutat zurückgreifen. Die Hagebutten eignen beispielsweise sich als Beilage zu Fleischgerichten, zum Belegen von Torten und für viele Süssspeisen.

    Die gesunden Hagebutten sind ideal für Vorratshaltung.
    Die gesunden Hagebutten sind ideal für Vorratshaltung.

    Erfrischender, stärkender Hagebuttentee

    Wenn Sie die Hagebutten trocknen möchten, müssen Sie die Kerne nicht extra entfernen. Lediglich der Stielansatz und die Blüten müssen mit einem kleinen Messer weggeschnitten werden. Dann spülen Sie die Früchte kurz unter fliessendem Wasser ab und breiten sie zum Trocknen auf ein Küchentuch aus. Anschliessend die Hagebutten mit einem Cutter zerkleinern. Idealerweise trocknen Sie die Früchte in einem Dörrapparat. Fehlt dieser, können die Hagebutten auch auf ein Backblech ausgebreitet im Backofen langsam bei maximal 40 Grad getrocknet werden. Lassen Sie dabei die Backofentüre einen Spalt offenstehen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Das Trocknen im Backofen kann sehr lange dauern und braucht natürlich viel Energie.

    Wie so vieles, führt Pearl natürlich auch Dörrautomaten zu sehr fairen Preisen. Ich finde, die Anschaffung lohnt sich, denn getrocknetes Obst und Gemüse gehört in jeden Notvorrat.


    RestPosten_728x90.png

    Hagebuttentee zubereiten

    Damit die juckenden, feinen Härchen nicht mit im Tee landen, benutzen Sie am besten einen Teefilterbeutel. 6 Teelöffel getrocknete Hagebutten in den Filter füllen, mit einem halben Liter kochendem Wasser aufgiessen und mindestens 5 Minuten ziehen lassen.

    tee-hagebutten-vorraltshaltung-notvorrat-selbstversorgung

    Dreimal täglich eine Tasse in der kalten Jahreszeit getrunken, stärkt das Immunsystem und hilft, Erkältungen vorzubeugen.

    Eine Wohltat bei Hudelwetter ist eine warme Hagebutten-Apfel-Suppe

    Dieses Rezept ergibt 4 Portionen. Sie benötigen dafür getrocknete Hagebuttenschalen ohne Kerne.

    • Die Hagebuttenschalen mehrere Stunden, am besten über Nacht, in kaltem Wasser einweichen.
    • Das Wasser abgiessen und die Früchte mit einem halben Liter frischem Wasser aufkochen. In ca. 45 Minuten garen bis sie weich sind.
    • Pürieren und durch ein feines Sieb streichen.

    • 2 kleine Äpfel rüsten: schälen, Kerngehäuse ausstechen und die Äpfel in Ringe schneiden.
    • Einen halben Liter Wasser aufkochen und die Apfelringe kurz darin garen. Herausnehmen und abtropfen lassen.
    • 1 EL Speisestärke mit etwas kaltem Wasser glattrühren und unter ständigem Rühren dem Kochwasser hinzufügen.
    • Hagebuttenmus und 4 EL Zucker dazu geben, erhitzen und abschmecken: Falls Sie es süsser wünschen, geben Sie einfach noch etwas Zucker dazu.
    • Die Suppe in Suppenschalen verteilen und die Apfelringe dazugeben.
    • Mit Schlagrahm garnieren.

     

     

    Acker-Vergissmeinnicht – dekorativ und gesund

    Das Acker-Vergissmeinnicht

    Zwischen April und Oktober kann man auf Feldern und an Waldrändern bis zu einer Höhe von 1000 m das Acker-Vergissmeinnicht sammeln. Das hellblaue Blümchen wächst auf nährstoffreichen Böden und kann in der Küche und in der Naturmedizin verwendet werden. Wildwachsende Vergissmeinnicht sind häufig anzutreffen. Aber natürlich gilt auch hier, wie allgemein für Wildpflanzen, dass nicht einfach alle abgeerntet werden dürfen und Sie beim Sammeln Rücksicht auf die Natur nehmen sollten.

    vergissmeinnicht-blumen-selbstversorger-essbare-blueten

    Warum ist das Acker-Vergissmeinnicht gesund?




    Die kleine Blume enthält viele Gerbstoffe und ausserdem Rosmarinsäure. Vielleicht haben Sie noch nie von Rosmarinsäure gehört: Das ist ein Inhaltsstoff, der antientzündlich, antiviral und antibakteriell wirkt. Es ist zum Beispiel in Valverde Salbe gegen Fieberbläschen enthalten sowie in Traumaplant, einer Salbe, die bei Sportverletzungen Anwendung findet. Ausserdem enthält das Vergissmeinnicht Alkaloide. In grosser Konzentration hochgiftig, können diese in niedriger Konzentration schmerzlindernd wirken und sind ein gutes Akutmittel gegen Erkältungskrankheiten.

    Man sagt dem Vergissmeinnicht folgende Wirkungen nach:

    • Ein Tee soll wohltuend und lindernd wirken, wenn eine Erkältung im Anzug ist, besonders, wenn die Atemwege betroffen sind.
    • Die Naturmedizin verwendet einen Teeaufguss bei Hautquetschungen und für Augenbäder.
    • Das Acker-Vergissmeinnicht ist in der Homöopathie als wirksames Mittel gegen Nachtschweiss, Infektionen der Atemwege und bei Lungentuberkulose bekannt.
    • Ausserdem gibt es Berichte, dass ein Aufguss bei Verdauungsbeschwerden wie Darmentzündung und Durchfall helfen soll.

    Einen Tee bereiten Sie zu, indem Sie 2 TL getrocknete Vergissmeinnicht mit 250 ml kochendem Wasser übergiessen und ihn 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann durch ein feines Sieb giessen und eventuell mit Honig süssen.

    Die dekorativen Blüten sind essbar.
    Die dekorativen Blüten sind essbar.

    Vergissmeinnicht in der Küche

    Die hellblauen Blüten sind essbar und eine hübsche Dekoration auf Salaten, Suppen und Desserts. Getrocknet sind Sie eine beliebte Zutat in Teemischungen.


    Wenn Sie ein Liebhaber der kleinen himmelblauen Blüten sind, dann empfehle ich Ihnen, Sirup daraus herzustellen. Den können Sie verwenden, um Tee damit süssen oder Kuchen und Desserts eine feine, ganz besondere Note zu geben.

    Sie benötigen 1 Hand voll Blütenköpfe, ½ TL Zitronensäure, 200 g Zucker und 200 ml Wasser. Geben Sie den Zucker und das Wasser in einen Topf und kochen Sie beides auf, kurz kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Blüten und Zitronensäure dazugeben, umrühren und vom Herd nehmen. 2 bis 3 Tage ziehen lassen. Durch ein feines Sieb mit einem Trichter in eine Flasche füllen.

    Warnhinweis
    Die Pflanze kann, in sehr grossen Mengen verzehrt, die Leber schädigen. Hier gilt wie immer: Die Menge macht das Gift.