Food Waste – was jeder gegen Lebensmittelverschwendung tun kann

Food Waste und seine Folgen

Lebensmittelverschwendung betrifft uns alle, aber jeder kann etwas dazu beitragen, diesen Wahnsinn zu stoppen. Was genau? Das und teilweise erschreckende Fakten zu diesem Thema, erfahren Sie in diesem Beitrag.




Wenn Lebensmittel im Müll landen – Zahlen und Fakten

Es ist falsch, wenn nur den Verbrauchern ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, ohne die gesamte Versorgungskette, angefangen von der Landwirtschaft und Verarbeitung, bis hin zum Handel, in die Pflicht zu nehmen. Denn Fakt ist: Jährlich landet tonnenweise Essen im Müll. Folgende Zahlen, verdeutlichen das Ausmass:

WütendLaut einer WWF-Studie werden in Deutschland jede Sekunde (!) rund 313 Kilogramm geniessbare Lebensmittel weggeworfen. Knapp 40 % davon wird in Privathaushalten entsorgt. (Quelle: spiegel.de, 18.06.2015)

WütendAuf der Webseite Stadt Wien können Sie sich informieren, welch entsetzliches Ausmass Food Wasting weltweit hat: Ein Drittel aller weltweit produzierten Nahrungsmittel gelangt nicht zu den Verbrauchern, sondern landet im Abfall. Das heisst, dass 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeworfen werden! Ausführliche Infos finden Sie unter dem angegeben Link.

Noch ein paar Zahlen, die Sie wahrscheinlich gar nicht lesen möchten, aber die wir alle kennen sollten:

WütendEiner Berechnung der Heinrich-Böll-Stiftung zufolge landet in Deutschland jährlich das Fleisch von 230’000 Rindern, 4 Millionen Schweinen und 45 Millionen Hühnern im Müll!! Es werden also Tiere gezüchtet, getötet und sinnlos entsorgt … (Quelle: Zeitschrift Köstlich vegetarisch, Ausgabe Dezember 2015)

WütendBilanz.ch schreibt, dass wir Europäer, ebenso wie die Nordamerikaner, pro Jahr rund 95 bis 115 Kilo Nahrungsmittel pro Kopf wegwerfen. Zum Vergleich: In Teilen Asiens und Afrikas sind es 6 bis 11 Kilo.

TraurigEs ist normal, dass bei der Erzeugung von Lebensmitteln Energie, Wasser und Rohstoffe verbraucht und Treibhausgase entwickelt werden. Das trifft natürlich auch für ungenutzt weggeworfene Nahrungsmittel zu. So fördert die sinnlose Entsorgung weitere Umweltschäden.

 

Woran liegt es, dass so viele Lebensmittel achtlos entsorgt werden?

Im Privathaushalt Es wird zu viel und ohne Plan eingekauft und falsch gelagert, es werden durchaus ess- und verwertbare Teile von Lebensmitteln, vor allem von Obst und Gemüse, nicht gegessen. Resteverwertung ist in Vergessenheit geraten.
In der Produktion Beschädigte Ware wird achtlos entsorgt und es gibt zu viel Überproduktion.
Im Gastgewerbe Es wird falsch geplant (was sich nicht immer ganz vermeiden lässt) und die Gäste haben selten die Wahl zwischen kleinen und grossen Portionen.
Im Handel Auch hier passieren Fehlplanungen sowie unsachgemässe Lagerung, zudem gibt es beschädigte Verpackungen und Hygienemängel,

 

Was jeder von uns man im Alltag gegen Lebensmittelverschwendung tun kann

Je mehr Menschen sich der unentschuldbaren Verschwendung von Nahrung bewusst werden, desto mehr Ideen, was man dagegen tun kann, gibt es. In Internetforen und Facebook-Gruppen werden nicht benötigte Lebensmittel verschenkt und Erfahrungen ausgetauscht. Wenn Sie einen Facebook-Account haben, geben Sie einmal ins Suchfeld «Food Waste» ein.

LiebeSo finden Sie sicher auch eine Gruppe in Ihrer Nähe. Wenn nicht: Warum gründen Sie nicht einfach eine? Die Nachfrage ist gross und jemand muss den Anfang machen.

LiebeWas vor allem in der Pizzeria schon lange möglich ist, wird auch in immer mehr Restaurants zur Normalität: Sie können sich die Reste einpacken lassen. Mitunter wird das sogar beim Abräumen der nicht leer gegessenen Teller angeboten. Haben Sie ein Restaurant mit diesem Service entdeckt, sagen Sie es weiter!

LiebeReklamieren Sie nicht, wenn abends im Supermarkt nicht mehr alle Brotsorten zur Verfügung stehen. Denken Sie daran, dass möglicherweise die Backwaren, die zum Ladenschluss noch vorrätig sind, im Müll landen!

LiebeHaben Sie vor den Ferien zu viel eingekauft, werfen Sie Obst, Gemüse und andere Lebensmittel nicht einfach weg: Sicher freuen sich Nachbarn, Freunde oder Arbeitskollegen darüber! Vielleicht kann man sich allgemein mit den Nachbarn absprechen, dass nicht gebrauchte Nahrung in einem Korb im Treppenhaus weitergegeben wird. Vor allem Familien mit Kindern dürften ebenso dankbare Abnehmer sein, wie alte Menschen.

LiebeGemüse können Sie roh kaum einfrieren, aber es lässt sich gut verarbeiten und dann tiefkühlen. Kochen Sie zum Beispiel einen grossen Topf Gemüsesuppe und frieren diese portionsweise ein. Ist es nicht herrlich, nach einem langen Arbeitstag oder einem Winterspaziergang rasch einen feinen, selbst gemachten Eintopf geniessen zu können? Günstiger und gesünder als Fast Food, ist selber kochen ausserdem.

LiebeSie haben mal wieder viel zu viel Obst eingekauft? Machen Sie sich einen leckeren Smoothie! Das geht natürlich auch mit vielen Gemüsesorten.

LiebeWussten Sie, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfalldatum ist? Die meisten Lebensmittel können Sie weit über diese Angabe hinaus, sofern sie richtig gelagert wurden, problemlos verwenden. Natürlich dürfen Sie keine verschimmelten, schlecht riechenden und sichtbar vergammelten Lebensmittel essen, solche werden sich aber in einem normalen Haushalt kaum finden lassen.

LiebePlanen Sie Ihre Einkäufe sorgfältig und machen Sie sich einen Einkaufszettel. Kaufen Sie nur, was Sie in den nächsten Tagen wirklich kochen und essen werden. Das gilt in erster Linie für leicht verderbliche Nahrung wie Joghurt, Obst oder Gemüse. Für lang haltbare Lebensmittel ist eine Vorratshaltung durchaus sinnvoll.

LiebeBehalten Sie Ihre Vorräte im Blick: Achten Sie darauf, wenn Sie Ihren Vorratsschrank auffüllen, dass die Ware mit dem längsten Ablaufdatum im Schrank oder Regal zuhinterst steht.

LiebeÜbrigens: Einige Lebensmittel halten ewig, ganz gleich, was als Verfallsdatum angegeben ist. Dazu gehören Honig, Butterschmalz, Salz, Wasser in Glasflaschen, Maisstärke, Nudeln (mit Ausnahme von Vollkornprodukten, die etwas weniger lang haltbar sind), Reis und Zucker.

LiebeReste lassen sich sehr vielseitig verwenden und helfen erst noch, dadurch Geld zu sparen. Haben Sie bisher das, was bei der Zubereitung oder beim Essen übrig blieb, einfach achtlos in die Tonne geworfen, stoppen Sie diese Lebensmittelverschwendung: Zaubern Sie ab sofort etwas Leckeres daraus. Sind Sie eine erfahrene Hobbyköchin oder ein leidenschaftlicher Koch, wird Ihnen das ohnehin nicht schwerfallen. Aber auch Kochanfänger schaffen das spielend: Reste eignen sich vor allem für Eintöpfe, Aufläufe, als Pizzabelag oder für Salate. Sie können dabei richtig kreativ werden!

Liebe Bei der Zubereitung von Obst und Gemüse fallen Abfälle an. Das ist ganz normal. Um viele wäre es sehr schade, sie einfach wegzuwerfen: Apfelschalen zum Beispiel können Sie getrocknet als Tee aufbrühen. Aus Gemüseresten lässt sich Instant Gemüsebrühe selber machen.

LiebeAusserdem lassen sich viele Gemüsesorten mit sehr wenig Aufwand daheim aus dem, was wir bisher als Abfall bezeichnet haben, neu ziehen: Kein Food Waste, kein Geld ausgegeben, aber immer frisches Gemüse zum selber ernten – ist das nicht eine feine Sache? Hier gibt es eine leicht verständliche Anleitung:




 

Sie sehen, es ist im privaten Bereich und mit guter Vernetzung gar nicht so schwer, etwas gegen Food Waste zu unternehmen!

Keine Lebensmittelverschwendung mehr: Sind Sie dabei?

Sabine Itting

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